Workshop 06 in Köln

„Die Baustellenführung war genau das Richtige für die Anwesenden“, resümierte ID.-Mitglied Jonas Kahle aus Aachen mit großer Zustimmung seiner Kommilitonen.

Kammer-Präsident Dr.-Ing. Heinrich Bökamp begutachtete das 3D-Druckmuster mit Interesse.

Referierte "Industrie 4.0": Dipl.-Ing. Tobias Strölin

Der Experte für 3D-Druck: Dipl.-Ing. Peter Volz

Trotz widriger Verkehrsverhältnisse wegen der Sturmschäden am Pfingstmontag fanden rund  80 ID.-Mitglieder am 13. Juni den Weg nach Köln. Bei sonnigem Wetter startete der Tag mit Studierenden und Bauingenieurinnen und -ingenieuren auf der Baustelle Rheinboulevard in Köln-Deutz. Informationen rund um den Bau der 500 Meter langen Freitreppe gab es von der Firma Hochtief und der Stadt Köln als Bauherrin.

Die Kostenentwicklung und die besonderen Herausforderungen des Millionenprojektes stießen auf reges Interesse der Teilnehmer. Die Erläuterung der Öffentlichkeitsbeteiligung im Vorfeld der Planungen gab den Studierenden Einblick in aktuelle Rahmenbedingungen für bauliche Großprojekte und brachte die Überlegung nahe, Anlieger in die Entscheidungsfindung einzubinden. Kostenentwicklung, planerische Entwicklungsstufen sowie Planungsänderungen seit Beginn des Baus am Rheinboulevard können exemplarisch die Chancen und Risiken eines Projekts zeigen, das „mit der Natur" gebaut wird.

„Archäologische Funde oder auch eine 50 Kilo-Bombe aus dem zweiten Weltkrieg sorgten bei diesem Projekt immer wieder für Überraschungen“, so Richard Pohl, Niederlassungsleiter Deutschland West Hochtief Infrastructure GmbH. 

Zu Fuß ging es für den zweiten Teil in die Kölner Südstadt. Im Bürgerhaus Stollwerck standen Industrie 4.0 und Möglichkeiten und Grenzen des 3 D-Drucks im Fokus. „Auch die Gespräche im Anschluss an die Vorträge waren für mich sehr interessant, weil man neue Menschen kennengelernt hat und sich mit erfahrenen Ingenieuren unterhalten konnte, die einem einen kleinen Einblick in die Berufswelt nach dem Studium gegeben haben, was man sonst als Student in dieser Form nicht bekommt“, brachte Jonathan May von der RWTH Aachen seine Eindrücke auf den Punkt.

Tobias Strölin, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für
Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, stellte aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Bereich 4.0 vor: „Unter dem Begriff »Industrie 4.0« wird aktuell der Einzug des Internets in die Produktion zusammengefasst. Im Internet der Dinge und Dienste wird es möglich, Produkte und Produktionsprozesse miteinander zu vernetzen und auf völlig neue Weise mit Informationen anzureichern.“ Die Vernetzung von Maschinen und Menschen wird starken Einfluss auf das Arbeitsleben der Berufstätigen haben – dieser Aspekt wurde im Anschluss unter Berücksichtigung der Stichworte Datenschutz und Fremdsteuerung kritisch diskutiert.

Der Einsatz von 3 D-Druckverfahren im Bereich der Produktion illustrierte Peter Volz (4dconcept aus Groß-Gerau) mit Werkstoffen und Objekten, die er den Anwesenden direkt präsentieren konnte. „Vieles ist machbar, aber nicht alles sinnvoll“, so die Einschätzung auf die Frage, ob denn künftig ganze Häuser mit Druckern in Serie gehen. 

Der Präsident der IK-Bau NRW, Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, unterstrich, dass viele Erkenntnisse auch im Bereich der Wissenschaft nicht zuletzt auf Zufällen beruhen – „das Bier wurde entdeckt, weil zufällig ein Brotstück in Wasser gefallen ist“. 

Beim anschließenden geselligen Teil der Veranstaltung tauschten sich Kammermitglieder und Mitglieder der Nachwuchsinitiative über Fragen rund um den Berufseinstieg sowie Schnittstellen zwischen Studium und Beruf aus.