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INGENIEURIMPULSE 2017: Smart Home vs. Bautechnik

Führung EkoZet unter Leitung von Dipl.-Phys. Ing. Jörg vom Stein (energiebüro vom Stein GmbH). Foto: EnergieAgentur.NRW

Veranstaltungsort Energie-Kompetenz-Zentrum. Foto: EkoZet

Die Ingenieurkammer-Bau NRW und die EnergieAgentur.NRW luden am 17. Oktober 2017 zum alljährlich stattfindenden Diskussionsforum „Ingenieurimpulse“ unter dem Thema „Smart Home vs. Bautechnik“ in das Energie Kompetenz Zentrum (EkoZet) in Kerpen-Horrem ein. An der angeregten Podiumsdiskussion nahmen über 60 Fachleute teil.

Auf dem Podium diskutierten Dipl.-Ing. Mario Lichy (BIENERGY Gesellschaft für Energiemanagement mbH), Dipl.-Ing. Marc-André Müller (NEW – Niederrhein Energie und Wasser GmbH), Dipl.-Ing. Klaus Scherer (Smart Home Initiative Deutschland e.V.), Dipl.-Ing. Henri Windten (Deutsche Rockwool GmbH Co. KG) sowie der Moderator Dipl.-Ing. Klaus Beck, Architekt und Stadtplaner aus Bielefeld.

Mario Lichy stellte fest, dass der Nutzer der „smarten“ Technik an erster Stelle seine Behaglichkeit sieht, aber diese Technik aus Unkenntnis nicht richtig nutzt. Er war der Ansicht, dass eine Steigerung der Technikakzeptanz beim Nutzer erreicht werden muss. Marc-André Müller vertrat die Meinung, dass der Nutzer mit der „smarten“ Technik überfordert ist und somit diese sich selber überlässt. Er hält eine gute Einweisung für sehr notwendig, da somit die Akzeptanz erhöht und Fehlbedienung minimiert wird. Aus Sicht von Klaus Scherer darf die Sicherheit nicht vernachlässigt werden, da mit dem Einsatz der smarten Technik eine Überwachung des Nutzers stattfindet. Er betonte, dass die Wichtigkeit bzw. Bedeutung von Passwörtern nicht unterschätzt werden dürfte. Henri Windten stellte zur Diskussion, dass sich viele Nutzer durch die eingesetzte Technik nicht fremdbestimmen lassen möchten. Der Bauherr möchte selber entscheiden, wann er die Technik in Anspruch nimmt. 

Auf die Frage von Klaus Beck, welche Maßnahmen die Podiumsdiskussionsteilnehmer umsetzen würden, wenn sie die Möglichkeit hätten, ein neues Haus zu bauen, wurde sowohl der Einbau von Sicherheitstechnik, aber auch eine gute Lüftungs- und Heizungsanlage sowie Gebäudehülle priorisiert. Beck fasste am Ende der Veranstaltung zusammen: „Einen wichtigen Aspekt bei der Planung von energieeffizienten Gebäuden ist die Kommunikation, zum einen unter den am Bau beteiligten Planern als auch mit dem Nutzer, der das „Smart Home“ später bewohnt.“ Beck sieht den Ingenieur als Sozialarbeiter der Zukunft.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion bot sich dem Fachpublikum die Gelegenheit bei einem kleinen Imbiss Fachgespräche zu führen und unter der Leitung von Dipl.-Phys. Ing. Jörg vom Stein (energiebüro vom Stein GmbH), dessen Büro maßgeblich an der Planung und Umsetzung des EkoZets beteiligt war, das EkoZet zu besichtigen.

Die Veranstaltungsreihe Ingenieurimpulse stellt seit nunmehr 14 Jahren einen festen Bestandteil der erfolgreichen Kooperation der EnergieAgentur.NRW und der Ingenieurkammer-Bau NRW dar und kann rückblickend wieder als erfolgreiche und interessante Fachveranstaltung gewertet werde 

Programm-Infos zum Download finden Sie hier