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Auftakt zur neuen Stahlbau-Richtlinie

Die Ingenieurkammer Bau NRW, die Vereinigung der Prüfingenieure NRW und bauforumstahl als Dachverband der Stahlbaubranche in Deutschland ergänzen den Eurocode 3 mit einer neuen Stahlbau-Richtlinie für die vereinfachte Bemessung gewöhnlicher Stahlbaukonstruktionen. Die Richtlinie zielt auf den allgemeinen Hochbau, zum Beispiel Industrie- und Gewerbehallen mit Kranbahnen oder Geschossbauten. Nach einer Ausschreibung im gesamten deutschsprachigen Raum wurden Anfang Dezember die Stahlbauprofessoren und Ingenieurbüroinhaber Prof. Markus Feldmann von der RWTH Aachen und Prof. Jörg Laumann von der FH Aachen gemeinsam beauftragt. 

 

Zur Vertragsunterzeichnung (Foto oben) kamen in der Geschäftsstelle der Ingenieurkammer-Bau NRW in Düsseldorf zusammen (v.l.n.r.): Dr. Bernhard Hauke (Geschäftsführer bauforumstahl), Prof. Markus Feldmann (RWTH Aachen), Dr. Heinrich Bökamp (Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW), Prof. Jörg Laumann (FH Aachen), Dipl.-Ing. Alexander Pirlet (1. Vorsitzender VPI NRW bei der Vertragsunterzeichnung). Fotos: IK-Bau NRW

 

„Viele Tragwerksplaner sind nicht im Stahlbau spezialisiert und zögern deshalb mit Stahl zu planen, weil ihnen die europäische Bemessungsgrundlage, der Eurocode 3, zu komplex erscheint. Der Einfachheit halber planen viele Tragwerksplaner mit anderen Baustoffen, statt den oft eigentlich besser geeigneten Stahl zu verwenden“, erklärten die Auftraggeber anlässlich einer Auftaktveranstaltung. „Die neue Stahlbau-Richtlinie ist als eine praktische Vereinfachung innerhalb des Geltungsbereiches und der Konzepte des Eurocodes gedacht. Sie soll möglichst alle für den Tragwerksplaner nötigen Informationen strukturiert enthalten und auf Querverweise verzichten. Komplexe Formeln sollen auf der sicheren Seite liegend vereinfacht sowie mit Tabellen oder Nomogrammen ausgewertet werden.“

 

 

Als Bearbeitungsschwerpunkte wurden in Vorgesprächen mit praktisch tätigen Ingenieuren der beteiligen Organisationen folgende Themen festgelegt:

 

  • vereinfachte Lastkombinationen im Stile der alten DIN 18800,
  • unkomplizierte Stabilitätsbemessung mit weniger Parametern und ohne unnötige Auswahlmöglichkeiten bei den Methoden,
  • einfache Ermüdungsbemessung für Kranbahnen sowie 
  • Hinweise zur sicheren Konstruktion und Bemessung von Anschlüssen.

 

Die Stahlbau-Richtlinie soll Ende 2017 in die Praxiserprobung gehen.

 

 

 

Foto unten

 Der projektbegleitende Ausschuss zusammen mit den Verfassern der Stahlbau-Richtlinie (v.l.n.r.): Dr.-Ing. Dieter Lehnen, Vertreter VPI und Ing.-Büro Stahlbau, Prof. Dipl.-Ing. Balthasar Gehlen, Vertreter IK-Bau NRW, Dr.-Ing. Hans-Jürgen Krause, Arbeitskreis Normung der IK-Bau NRW, Prof. Dr.-Ing. Markus Feldmann, Rheinisch Westfälische Technische Hochschule (RWTH), Institut und Lehrstuhl für Stahlbau und Leichtmetallbau, Prof. Dr.-Ing. Jörg Laumann, Fachhochschule (FH) Aachen, Institut und Lehrstuhl für Baustoffe und Baukonstruktionen, Dr. Bernhard Hauke, Geschäftsführer bauforumstahl und  Ausschussvorsitzender, Dipl.-Ing. Gerhard Rath, Vertreter VP und  Ing.-Büro Stahlbau, Dr.-Ing. Christoph Meinsma, Vertreter bauforumstahl. und Ing.-Büro Stahlbau, Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident Ingenieurkammer-Bau NRW, Dr.-Ing. Hubertus Brauer,Vizepräsident Ingenieurkammer-Bau NRW, Dipl.-Ing. Alexander Pirlet,, 1. Vorsitzender VPI NRW