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Kammer-Präsident Dr. Bökamp begrüßte die Teilnehmer der diesjährigen Brandschutz-Tagung.

Das Diagramm vergleicht die Zahl der Brandtoten in verschiedenen Ländern.

Der hochkarätig besetzte Referentenkreis stand für die bewährte Qualität der Tagung.

Bauteile im Brandfall war eines der Themen.

Interessiertes Auditorium bei der Brandschutz-Tagung 2012
Expertentreffen in Zeiten der Europameisterschaft: Gleich zum Auftakt der mit mehr als 600 Teilnehmern größten Brandschutztagung in NRW hielt Moderator Dipl-Ing. Udo Kirchner eine Tafel hoch mit der höchstmöglichen „Nachspielzeit“ für die Referenten. Um im Bild zu bleiben: Das hochklassig besetzte Rednerfeld ging gleich mehrfach in die Verlängerung. Doch das störte in dem bis auf den letzten Platz vollbesetzten Congress Center Düsseldorf wohl kaum einen der Besucher dieser Veranstaltung, die Ingenieurakademie West und Ingenieurkammer-Bau NRW bereits zum elften Mal organisiert haben.
Gleich zu Beginn verwies Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW, auch auf die Brisanz der Veranstaltung. „Wie wichtig das Thema Brandschutz ist, wissen wir in Düsseldorf nicht erst seit der verschobenen Eröffnung des Berliner Flughafens. Wir haben auch noch deutlich die Bilder vom 11. April 1996 vor Augen, als bei einer Feuerkatastrophe im Düsseldorfer Flughafen 17 Menschen starben“, erinnerte Heinrich Bökamp. „Gleichzeitig hat sich in Berlin gezeigt, dass Brandschutz maßgeblicher Teil der Planungen ist – und im Zweifelsfall eben rechtfertigt, dass er auch ein solches Mega-Projekt wie den Flughafen in Berlin stillstehen lässt.“
Auch die Referenten stiegen gleich mit aktuellen Themen ein: Ministerialrat Jost Rübel vom Bauministerium informierte über eine anstehende Gesetzesnovelle zum Thema Rauchmelder, das gerade Bestandteil der Koalitionsverhandlungen in NRW war. Danach beabsichtigt die Regierung die rasche Einführung der Ausstattung von Wohnungen mit Rauchmeldern im Verantwortungsbereich des Mieters bzw. selbstnutzenden Eigentümers. Gleichzeitig betonte Jost Rübel noch einmal die Wichtigkeit einer Rauchmelderpflicht anhand von Zahlen. Demnach sterben allein in Deutschland 500 Menschen jährlich durch Brände. Etwa 70 Prozent der Opfer sterben dabei durch Rauchvergiftungen. Deutschland stehe damit im internationalen Vergleich zwar sehr gut da – dennoch lasse sich der Brandschutz mit diesem kleinen Gerät auf einfache Weise schnell erheblich verbessern, so Jost Rübel. Weiter referierte er aus der Mitarbeit in der ARGEBAU - der Arbeitsgemeinschaft der für das Bauwesen zuständigen Ministerien der Länder über eine neue einheitliche Systematik zu Rauch- und Wärmeabzug in Sonderbauten.
An eine weitere Katastrophe mit vielen Toten erinnerte Uwe Jende, Abteilungsleiter des Ordnungsamtes der Stadt Düsseldorf, in seinem Vortrag zum Thema Großveranstaltungen aus Sicht einer Ordnungsbehörde. Die Love-Parade in Duisburg habe die Verantwortlichen im Land aufgerüttelt und die bisherige Genehmigungspraxis hinterfragen lassen. Es werde mittlerweile noch genauer hingeschaut. Eines sei aber klar: „Die spezielle und allumfassende Veranstaltungsgenehmigung gibt es nicht.“ Vielmehr bedürften die Besonderheiten einer Veranstaltung einer genaueren Betrachtung.
Das Thema Duisburg war auch der Aufhänger für den Beitrag von Sabine Funk vom Wissenswerk Bonn, einem Schulungszentrum für Veranstaltungstechnik. Die geprüfte Meisterin für Veranstaltungstechnik referierte über den neuen Orientierungsrahmen des Ministeriums für Inneres und Kommunales NRW, der als Konsequenz aus Duisburg von Landesinnenminister Ralf Jäger Anfang 2011 in Auftrag gegeben worden war. Die Ergebnisse der eingesetzten Projektgruppe „Sicherheit von Großveranstaltungen“ stehen aktuell kurz vor dem Abschluss. Eine Veröffentlichung wird nach Abstimmung mit den Kommunalen Spitzenverbänden für Anfang Juli erwartet.
Neben dem bunten Strauß vielfältiger weiterer aktueller Themen aus dem Bauordnungsrecht, dem technischen Regelwerk sowie dem Neusten aus dem Bereich der Bauprodukte, wurde die Tagung erneut durch eine umfangreiche Fachausstellung ergänzt.