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Interessiertes Auditorium beim BauDialog im Düsseldorfer K21 - moderiert wurde die Veranstaltung von Dipl.-Ing. Annette Zülch, Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer-Bau NRW (Foto: Mair).
Für die Ingenieurkammer-Bau NRW begrüßte Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, erfreut über die hohe Akzeptanz der Veranstaltung, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und betonte die gewachsene Bedeutung von Sicherheitskonzepten: "2012 ist ein ganz besonderes Sportjahr, nach der Fußball-EM stehen u.a. die Olympischen Spiele in London auf der Agenda." Die Planung beziehe sich längst nicht nur auf den Stadienbau, auch die Lenkung von Besucherströmen stelle hohe Anforderungen. Die Kommunikation der verschiedenen Bereiche sei eines der Ziele des Baudialogs.
"Faszination Sportarenen - Nutzung und Funktionalität" waren das thematische Schlagwort der Grußworte von Dipl.-Ing. Klaus Pacher, Vizepräsident des Bauindustrieverbandes NRW. "Die gute Nachricht für alle Düsseldorfer Fußball-Fans zuerst: Die Fortuna ist definitiv aufgestiegen." Fußball sei zwar die Nummer 1 heutzutage, aber die leichtathletischen Wurf- und Laufdisziplinen hätten die Attraktivität von Stadien begründet - was sich bis in die Antike zurückverfolgen lässt. Klaus Pacher zog einen spannenden Bogen vom Colosseum im alten Griechenland bis zur heutigen Multifunktionsarena. Die Kunst des Bauingenieurs bestehe darin, die Entwürfe des Architekten und die Ansprüche an moderne Arenen zu realisieren.
Lösungen zur Sicherheit
Die erste Runde der Referenten zum Thema "Lösungen zur Sicherheit" eröffnete Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Höffer, Prüfingenieur für Baustatik und Professor für Windingenieurwesen und Strömungsmechanik an der Ruhr-Uni Bochum. Die Belastungen durch Wind, Gewitterstürme oder auch Schnee sind wichtige Faktoren für Bemessungsgrundlagen, wie Prof. Höffer ausführte. Sein Vortrag widmete sich der "Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit windbeanspruchter Dächer und schwingungsanfälliger Tribünen." Als anschauliches Tragwerksbeispiel, das an seinem Institut u.a. im Windkanal untersucht wurde, stellte Prof. Höffer das MSV-Stadion in Duisburg vor.
Schwingungen sind ein Thema, mit dem sich die Menschen nicht seit jeher beschäftigt haben, so "spielten beim "Ur-Stadion" in Olympia personeninduzierte Schwingungen keine Rolle", hüpfende Fans waren damals eher nicht auszumachen. Dr.-Ing. Wolfram Kuhlmann (Aachen) beleuchtete in seinem Vortrag dieses Thema: "Schwingungen von Sporthallen und Stadien - rechtzeitig bedenken oder aufwändig reduzieren". Dabei stelle sich die Frage: Was kann toleriert werden, was geht aus Sicherheitserwägungen gar nicht?
Wo wird im Fall von Brand oder Panik Gedränge entstehen? Eine der wichtigen Fragen, denen Prof. Dr. Armin Seyfried (Bergische Universität Wuppertal, Forschungszentrum Jülich) nachgeht, denn: "Viele Unfälle in Stadien entstehen durch Gedränge." Die Wissenschaftler seines Teams haben mit Hilfe von Computer-Simulationen "Stau-Prognosen" entwickelt, um ein System zu erarbeiten, das solche Situationen vermeiden soll. Seine Experimente stellte er unter dem Titel "Moderne Methoden zur Planung von Rettungswegen - Computersimulationen für Brandschutz und Evakuierung" vor.
Innovative bauliche Lösungen
Die Entwicklung neuer Partnerschaften und die frühzeitige Einbindung in Projekte, gemeinsame Optimierungsphasen und ein hohes Plus an Transparenz beleuchtete Dipl.-Ing. Architekt Christoph Breimann. Er eröffnete mit seinem Referat "Stadion im Borussia-Park, Mönchengladbach - weil frühe Partnerschaften innovative Ideen schaffen" den zweiten Themenblock des BauDialogs, der unter dem Titel "Innovative bauliche Lösungen" stand. Die Realisierung des Borussen-Stadions vor der Fußball-WM 2006 stehe für die erfolgreiche Entwicklung neuer Partnerschaften, ein Modell, das auch zahlenmäßig überzeugte - z.B. durch deutliche Unterschreitung des Bauzeitplans und der Baukosten. Mit den Um- und Aufbauten des Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadions (ebenfalls zur WM 2006) sowie den Umbauten am Stadion des aktuellen Deutschen Meisters BVB 09 schilderte Christoph Breimann weitere Kapitel der Erfolgsgeschichte partnerschaftlichen Planens und Handelns.
Düsseldorf stand im Mittelpunkt des letzten Beitrags: "Esprit Arena Düsseldorf - Die Montage des Stahldaches" war das Thema des Vortrags von Dipl.-Ing. Herbert Hegmann (Züblin AG, Direktion NRW, Bereich Ingenieur- und Kraftwerksbau). "Die Arena ist bekannt für Fortuna und die Toten Hosen", wie Herbert Hegmann schmunzelnd in Erinnerung brachte. Im Folgenden ließ er die eindrucksvolle Montage des in Holland vorgefertigten Daches Revue passieren: "Die zwei Montage-Wochenenden der Konstruktion gehören für mich zum spannendsten Teil des Stadion-Baus."
Abschließend nutzten die Ingenieurinnen und Ingenieure gern die Möglichkeit zum fachlichen Austausch beim Imbiss im elegant markanten Foyer des K21.