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Ingenieurkammer-Bau
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Kölner Archiveinsturz: IK-Bau-Präsident beim Expertenhearing


Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers diskutierte kürzlich eine Expertenrunde über Konsequenzen aus dem Archiveinsturz in Köln. Sie diskutierten über die Bauvorschriften für Archive, die Notfallvorsorge und Logistik sowie Strategien zur Digitalisierung und Verfilmung von Archivgut.

 

Vor rund drei Monaten war das Archiv vermutlich aufgrund des U-Bahnbaus eingestürzt und hatte zwei jungen Menschen das Leben gekostet. Archivmaterial wurde beschädigt und vernichtet.

 

Für die Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen war Präsident Dr.-Ing. Heinrich Bökamp beim Expertenhearing dabei. In seinen Ausführungen betonte Bökamp, dass nicht weitere Normen und Vorschriften geschaffen werden, sondern dass vorhandene Regelungen konsequent eingehalten werden müssten. „Zwei Voraussetzungen müssen gesichert bleiben: Zum einen muss die Unabhängigkeit von Überwachung und Ausführung gewährleistet sein, zum anderen muss bei der Auswahl der mit der Überwachung beauftragten Personen die Priorität Leistung vor Preis gelten“, so Bökamp. Sicherheit sei kein verhandelbares Gut und eigne sich nicht als Sparpotential. Hier sei das Vier-Augen-Prinzip, wonach sicherheitsrelevante Nachweise durch zwei unabhängige Personen – sei es durch qualifizierte Mitarbeiter aus Behörden oder freiberuflich tätige Fachleute – zu prüfen sei.

 

Auch Jürgen Rüttgers hatte in seiner Eröffnungsrede zum international besetzten Expertenhearing – 160 Wissenschaftler, Archivare und Behördenvertreter hatten sich auf Einladung des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen in Köln getroffen – auf Missstände hingewiesen. So müssten die Bauaufsicht und die Baudurchführung voneinander getrennt werden. Es müsse geklärt werden, ob das Verfahren der Bauaufsicht stimme, die Aufgaben richtig zugeordnet seien, ausreichend Personal vorhanden sei und die Beweispflicht bei Schäden richtig organisiert sei.

 

Der Vertreter der Architektenkammer, Vizepräsident Dr. Christian Schramm, forderte die gesetzliche Verankerung des qualifizierten Bauleiters.

 

Das Landesarchiv hat die Ergebnisse der Anhörung in sieben Thesen zusammengefasst (PDF zum Download hier). In Kürze soll durch den Präsidenten des Landesarchivs, Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, dem NRW-Kabinett eine Dokumentation und ein Forderungskatalog – auch mit den Positionen der beiden Baukammern – vorgelegt werden.