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Nachruf der IK-Bau NRW auf Dipl.-Ing. Heinz Peter Funcke
Vorstand, Mitarbeiter und Mitglieder der Ingenieurkammer-Bau NRW trauern um ihren langjährigen Präsidenten, den Diplom-Ingenieur Heinz Peter Funcke. Der gebürtige Hamburger verstarb am 24.10.2009 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren.
Heinz Peter Funcke war nicht nur Vorsitzender des Gründungsausschusses der seit 1976 in NRW angestrebten Ingenieurkammer-Bau NRW, sondern ab Februar 1994 auch ihr erster Präsident. In Erinnerung bleiben seinen Mitarbeitern, den Kollegen und den Kammermitgliedern seine sehr ausgeprägte, willensstarke und zugleich sehr väterliche Führungspersönlichkeit. Unvergessen sein starkes Engagement für den Berufsstand der Ingenieure und damit sein berufspolitischer und gesellschaftlicher Einsatz.
Heinz Peter Funcke hat in seiner Heimatstadt Hamburg direkt nach Kriegsende Mathematik und Physik studiert, wechselte nach zwei Semestern aber zur TH Karlsruhe und schloss dort 1949 das Diplom als Bauingenieur mit der Note "Sehr gut" ab. Nach einer Zeit als angestellter Bauingenieur in Essen machte sich Heinz Peter Funcke Mitte der 50er Jahre selbstständig. Seine Arbeitsschwerpunkte, Planungen und Tragwerksplanungen für Hoch- und Industriebauten, führten ihn um die ganze Welt. Unter seiner Führung entstanden Projekte in Europa, in Nord- und Südamerika ebenso wie in China, Japan, Thailand und Taiwan.
Frühzeitig engagierte sich Heinz Peter Funcke ehrenamtlich. Neben Mitgliedschaften im VDI, dem Verein Deutscher Ingenieure, im RAIV, dem Ruhrländischen Architekten- und Ingenieurverband, hat er sich als Mitglied des VBI, des Verbandes Beratender Ingenieure, sehr stark in die berufspolitische Arbeit auf Bundes- und Landesebene eingebracht. Von 1969 an war Funcke 27 Jahre lang Landesvorsitzender des VBI in NRW. Zu den wichtigsten Errungenschaften in der Verbandsarbeit ab 1967 gehören die Gründung der Bezirksgruppen in NRW (z.B. die 1967 gegründete VBI-Bezirksgruppe Essen/Mülheim/Oberhausen), die Gründung des Ingenieurzentrums in Köln und der German Consult AG. Außerdem arbeitete Funcke in verschiedenen Ausschüssen des VBI in Bund und Land mit, angefangen von Wahlausschüssen über Satzungs- und Auslandsausschüsse bis hin zum Ausschuss der Ingenieurkammer. Seit 1997 wirkte Heinz Peter Funcke zudem als Vorsitzender des Verbandsgerichts des VBI.
Von 1977 bis 1983 gehörte er dem Vorstand des Verbandes Freier Berufe NW an, von 1979 an war er sogar ihr Vorsitzender. Er engagierte sich für die Interessen aller Freien Berufe, zu denen bekanntermaßen Ärzte, Zahnärzte, Rechtsanwälte, Notare, Heilberufe, Architekten, Ingenieure, Fahrlehrer u.v.a.m. gehören.
Ab 1989 gehörte Funcke zu den Gründungsmitgliedern der Bundesingenieurkammer als Vertreter für Nordrhein-Westfalen. Bis Ende 1991 war er Vizepräsident und Schatzmeister der Bundesingenieurkammer, vertrat die Bundesingenieurkammer mehrere Jahre bei der Deutschen Kommission für Ingenieurausbildung und als Vorstandsmitglied beim Institut für Sachverständigenwesen.
Dieses große Engagement, das Funcke immer mit viel Nachdruck ausübte, brachte dem fünffachen Vater, der in seiner knappen Freizeit gerne segelte, Musik und Tennis liebte, zahlreiche Ehrungen ein. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande und das 1. Klasse. Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen wurde ihm ebenfalls verliehen. Außerdem war er Ehrenvorsitzender des VBI-Landesverbandes NRW und Ehrenmitglied des VBI-Bundesverbandes.
Mit dem Tod von Heinz Peter Funcke verliert der Berufsstand der Bauingenieure in Deutschland einen seiner größten Kämpfer. Seine Erfahrung und sein Wissen, seine Charakterstärke und sein richtungsweisendes Handeln werden wir vermissen, er war vielen von uns nicht nur Wegbegleiter sondern Vorbild.

